Bildgestaltung

Wissenswertes und Praktisches über künstlerische Bildgestaltung

Nach Sonnenuntergang am Waldweiher

Dieses Bild als ist als Fotoposter und hochauflösende Datei verfügbar - hier klicken für mehr Infos.

Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60, 1/10s bei f/11, ISO 100, RAW, Selbstauslöser, Spiegelvorauslösung, Stativ

Nachdem ich seit fast vier Wochen nicht mehr mit der Kamera draußen war, habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten und einen Nachmittagsspaziergang durch den Wald unternommen. Die Sonne stand schon tief hinter den Bäumen, als ich diese Struktur auf einem Waldweiher entdeckte. Ich probierte verschiedene Perspektiven und Ausschnitte aus, von denen mir diese Variante am besten gefiel. Nachdem die Sonne untergegangen war, entstand dieses Bild bei sanftem, indirektem Licht. Es hat einfach gut getan, eine Stunde alleine in der Natur zu sein, die Stille zu genießen und sich ganz auf ein begrenztes Motiv zu konzentrieren.

Das Wetter bringt mich in diesem Winter zur Verzweiflung. Hier im Alpenvorland liegt immer noch kaum Schnee, die Sonne macht sich äußerst rar und mir fehlt die Zeit für größere Unternehmungen in den Bergen, wo richtig Schnee liegt.

Naturfotokalender 2012


Mein Naturfoto-Kalender 2012 ist fertig. Es war mal wieder spannend, die Archive der letzten Monate zu sichten, um 12 Bilder auszuwählen. Wer den Kalender gerne selbst an der Wand sehen möchte (45 x 30 cm auf echtem Fotopapier mit Spiralbindung), der kann sich gerne an mich wenden – ich verkaufe den Kalender zum Selbstkostenpreis zzgl. einer kleinen Schutzgebühr. Hier eine Vorschau auf die Motive (zum Vergrößern anklicken):

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Wer den Kalender gerne selbst an der Wand sehen möchte (45 x 30 cm auf echtem Fotopapier mit Spiralbindung), der kann sich gerne an mich wenden – ich verkaufe den Kalender zum Selbstkostenpreis zzgl. einer kleinen Schutzgebühr. Die Lieferzeit beträgt 3-4 Werktage, Sonderwünsche sind möglich.

Winterwald: Schnee erzeugt Linien und Details

Stativ, Canon EOS 50D mit EF 70-200 f/4L IS USM @ 111 mm, f/7.1 und 1/10 s, RAW.


Schnee kann in der Landschaft wie eine Kontrastlupe wirken, die Konturen und Linien erscheinen lässt, die sonst verborgen sind. In diesem Bild, das ich neulich im Brünnsteingebiet im Mangfallgebirge aufgenommen habe, wird dies gut deutlich: Bei den schneebedeckten Bäumen im Hintergrund ist jedes Zweiglein erkennbar, während bei den Fichten im Vordergrund nur eine dunkelgrüne, fast strukturlose Fläche entsteht.
Zusätzlich hebt der Schnee die Geländestruktur hervor – Wellen und Taleinschnitte sind gut sichtbar und können als Linien für den Bildaufbau genutzt werden.

In der Neuen Pinakothek München

"Psyche" in der Neuen Pinatkothek München

Skulptur "Psyche", fotografiert durch die geschlossene Eingangstüre des Museums. Am unteren Bildrand spiegelt sich der Vorplatz.

Vor kurzem war ich in der Neuen Pinakothek München, um mir die dort ausgestellten Gemälde unter fotografischen Gesichtspunkten anzuschauen. Vor allem die Landschaftsbilder waren dabei für mich sehr interessant.

Es ist faszinierend, wie die Maler des 19. Jahrhunderts das Licht nutzten, um ihren Bildern Brillianz und Struktur zu verleihen. Fast durchgängig wurden die Landschaften während dere Goldenen Stunde dargestellt, in der das Sonnenlicht weich und warm in einem flachen Winkel einfällt und der Szene Plastizität und Tiefe verleiht.

Bei größeren Szenen (sozusagen bei den Weitwinkel-Malereien) fiel mir auf, dass wichtige Bildteile oft durch “Spotlichter” angestrahlt wurden. Dadurch wird das Auge beim “Erwandern” des Bildes geführt, wie z.B. bei Ludwig Richters Bild “Der Watzmann”, bei dem das Auge vom Licht auf ein Kirchlein gelenkt wird.

Neben der “Belichtung” haben die alten Meister konsequent auf die Linienführung geachtet. Viele Landschaftsbilder sind von einem Weg oder Fluss durchzogen, der den Blick des Betrachters in die Tiefe des zweidimensional abgebildeten Raumes führt, wie z.B. in Thomas Gainsboroughs “Landschaft mit Hirt und Herde”.

Schmunzeln musste ich z.B. bei dem Bild “Heroische Landschaft mit Regenbogen” von Josef Anton Koch. Auf dem Bild ist ein Doppelregenbogen zu sehen. Weiter hinten, zwischen den im blauen Dunst liegenden Bergen, sieht man einen Strahlenfächer, ähnlich, wie ich ihn auch schon fotografiert habe. Bei Kochs Fächer fällt das Licht ziemlich steil von oben durch die Wolken.
Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass Regenbogen und Lichtfächer nicht gleichzeitig in der Natur vorkommen können, so wie Koch sie gemalt hat. Denn bei dem von ihm gemalten Lichtfächer fällt das Sonnenlicht ziemlich senkrecht von oben ein. Regenbögen entstehen in der Natur aber nur dann, wenn die Sonne in einem Winkel von 42 Grad oder flacher steht.

Der Besuch hat sich für mich sehr gelohnt. Mein fotografisches Wissen konnte ich vertiefen. Durch den gut gemachten Audioguide habe ich manche kunstgeschichtliche Information dazugewonnen und meinen analytischen Bilderblick geschärft.