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Wann geht die Sonne auf? (TPE mit Linux)

Dieses Foto ist als Fotoposter und hochauflösende Datei verfügbar. Hier klicken für mehr Infos.

Canon EOS 50D mit EF 400 f/5.6, 1/640s bei f/10, Belichtungskorrektur -2, ISO 100, Selbstauslöser, Stativ

In der Fotografie gibt es eine Sache, die wirklich zählt, wenn man besondere Bilder machen will: Das Licht! Die beste Zeit zum Fotografieren ist deshalb an den Rändern des Tages. Kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenaufgang ist die sogenannte Blaue Stunde, in der der Himmel oft tiefblau erscheint. Kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang ist die sogenannte Goldene Stunde, in der das Licht besonders warm und weich ist.

Will man diese Zeiten nutzen, muss man den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs (bzw. des Sonnenuntergangs) für den jeweiligen Ort genau kennen. Ich nutze dafür gerne das kleine Programm The Photographers Ephemeris, das es für MAC und Windows kostenlos gibt. Damit lassen sich für jeden Ort der Welt die Winkel und Zeiten für Sonne und Mond berechnen und grafisch auf einer Karte anzeigen.

The Photographers Ephemeris (TPE) auf dem Linux-Desktop

The Photographers Ephemeris (TPE) läuft dank Wine auch auf dem Linux-Desktop (OpenSuse)

Linux-Nutzer haben seit einiger Zeit allerdings das Problem, dass sie diese Software nicht mehr ohne weiteres nutzen können. Denn TPE ist eine Anwendung, die Adobe Air benötigt, eine ursprünglich plattformübergreifende Laufzeitumgebung. Seit der Version 2.7.0 wird von Adobe aber keine Linux-Version mehr zur Verfügung gestellt. Linux-Nutzer könnten zwar theoretisch mit den alten Versionen arbeiten, riskieren dabei aber möglicherweise Sicherheitsprobleme oder Abhängigkeitskonflikte mit anderen Paketen ihrer Distribution (libxml2.so.2).

Über einen kleinen Umweg kann man TPE aber doch unter Linux nutzen. Dazu muss man unter Linux Wine installieren, eine Laufzeitumgebung, die der Software vorgaukelt, sie würde auf einem Windows-System laufen. Wenn man Wine installiert und konfiguriert hat, kann man die aktuelle Windows-Version von Adobe Air herunterladen und unter Wine installieren.

Wenn Adobe Air installiert ist, lädt man sich The Photographers Ephemeris herunter und führt den Installer aus, der dann mit Hilfe von Wine unter Air läuft. Dieser Weg hat bei mir auf Anhieb funktioniert, jetzt kann ich TPE problemlos unter OpenSUSE 12.1 nutzen.

Panorama: Stille Weite


Ich bin technisch ein Stückchen weitergekommen und habe es geschafft, mit dem linuxtauglichen Panorama-Tool Hugin mein erstes Panorama zusammenzusetzen. Dank dem WordPress-Plugin PhotoNav läßt sich das überdimensionale Bild mit dem Mauszeiger hin- und herbewegen. Es zeigt die Stille und Weite des Chiemsees, kurz bevor die Sonne aufgeht.
 
Wenn ich das Bild sehe, erinnere ich mich wieder an die Schönheit und Stille dieses Morgens, aber auch an die kalten Finger und meine Müdigkeit. All das gehört bei mir mittlerweile zum “Grundgefühl” beim Fotografieren, weil ich am liebsten in der Zeit vor Sonnenaufgang fotografiere, was natürlich wenig Schlaf und Kälte bedeutet. Neben warmer Kleidung gibt es ein paar Dinge, die mich unter solchen Bedingungen bei Laune halten: Eine Thermoskanne mit heißem Kaffee, Wärmeakkus (Gelpads) für die Finger, Schokolade (mag ich sonst eigentlich nicht) und – besser als alles zusammen – ein fotobegeisterter Begleiter.
 
 

Sternspuren: Ein erster Versuch

Startrails
Meinen letzten Ausflug in die Berge habe ich genutzt, um etwas Neues auszuprobieren: Sternspuren! Es war nur ein erster Versuch, um ein Gefühl für die Technik zu bekommen, das Foto ist also nur ein Rohling direkt von meiner fotografischen Werkbank. Die Bedingungen waren nicht gerade optimal. Zwar war der Himmel zum Aufnahmezeitpunkt mondlos, was hellere Sterne bedeutet – aber es zogen immer wieder Wolkenschleier vorbei, die das Leuchten der Sterne trübten. Auch technisch lief nicht alles glatt: Vor Ort stellte ich fest, dass mein Kabelauslöser, den ich mir für die Canon EOS 400D gekauft hatte, an meiner jetzigen Kamera, einer Canon EOS 50D, nicht mehr passt. So musste ich den Kameraauslöser manuell betätigen und war auf 30 Sekunden Belichtungszeit je Aufnahme beschränkt.

Über einen Zeitraum von knapp 11 Minuten habe ich 17 Aufnahmen mit je 30 Sekunden Belichtungszeit gemacht, die ich dann später mit dem Grafikbearbeitungsprogramm Gimp als Ebenen übereinandergelegt habe (mit der Einstellung “nur aufhellen”). Durch die Addition der 17 kurzen Sternspuren entstand der Effekt dahinziehender Sterne, die sich um den Himmelsnordpol, der irgendwo hinter den Bäumen lag, drehen.

Trotz der kurzen Zeitspanne meines Experimentes wird das Prinzip gut deutlich. Bis zum nächsten Mal habe ich hoffentlich einen passenden Fernauslöser. Dann kann ich länger als 30 Sekunden belichten und komme mit insgesamt weniger Aufnahmen aus, was den Rechenaufwand beim Zusammensetzen minimiert.

Für meine ersten Aufnahmen von Sternspuren haben mir folgende (englischsprachige) Anleitungen geholfen:

Linktipp: Wann geht die Sonne auf?

Sonnenaufgang über dem Chiemsee

Da das beste Licht meist um die Zeit von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu finden ist, ist es für Naturfotografen natürlich interessant, die entsprechenden Zeiten für einen bestimmten Ort genau zu berechnen. Jens Koßmagk hat dazu einen genialen Dämmerungsrechner programmiert, der für einen beliebigen Tag und Ort die genauen Zeiten für die Blaue Stunde, Sonnenaufgang, Goldene Stunde und Sonnenuntergang liefert. Die Daten werden jeweils für einen ganzen Monat berechnet und können auch als PDF heruntergeladen werden.
Hilfreich ist außerdem die grafische Anzeige der Auf- und Untergangswinkel der Sonne in einem Kartenausschnitt. Damit läßt sich besser abschätzen, von welcher Seite z.B. ein Berg oder Bauwerk von der Sonne beleuchtet wird.