Naturphänomene

Ökologie, Metereologie, …

Parallelwelten: Winter und Frühling

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Panorama (Ausschnitt), zusammengesetzt aus mehreren Bildern. Canon 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/100s bei f/11, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, Stativ, Wasserwaage.
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Derzeit kann man in den Bergen zwei Parallelwelten erleben: Oben ist noch Winter, unten grünt schon der Frühling. So richtig sichtbar wird das erst in der größeren, unbeschnittenen Ansicht dieses Panoramas.

Parallele Jahreszeiten sind im Hochgebirge keine Seltenheit, in den Chiemgauer Bergen aber schon. Durch die starken Schneefälle im Spätwinter sind die höheren Lagen ab 1.200 Metern noch immer mit einer dicken Schneeschicht bedeckt.

Miniaturlandschaft aus Becherflechten

Becherflechten

Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60 USM, 1/60s bei f/11, ISO 100, RAW, Stativ, Bildausschnitt nachträglich festgelegt (70% Crop)

Da sich wenigstens im Voralpenland der Winter langsam dem Ende zuneigt, habe ich heute mal einen Spaziergang zu den Schneeglöckchen im Wald unternommen. Bis zur Blüte wird es zwar noch ein wenig dauern, aber immerhin spitzen schon ihre grünen Stengel. Auf meinem weiteren Streifzug habe ich dann diese Miniaturlandschaft aus Becherflechten auf einem toten Baumstamm entdeckt. Es ist faszinierend, wie knallrot diese trichterförmigen Flechten mitten im Winter blühen.

Unterwegs in der Tiefkühltruhe

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 75mm, 1/100s bei f/9, ISO 200, RAW, manueller Weißabgleich

Vor ein paar Tagen habe ich meinen persönlichen Foto-Kälterekord gebrochen. Ich habe schon mal bei -7 Grad fotografiert, jetzt waren es etwa -14. Die Skala meines Flüssigkeitsthermometers geht nur bis -10, die Anzeige lag deutlich darunter, ich konnte also nur noch schätzen. Weil ich mich nicht auf’s Fotografieren konzentrieren kann, wenn ich friere, habe ich mich gut auf die Kälte vorbereitet. Mir hilft am besten Kleidung im Zwiebelprinzip, unter dem Anorak trage ich mehrere dünne Schichten übereinander. Nach längeren Wanderstrecken tausche ich die Schichten, damit keine feuchte Kleidung auf der Haut aufliegt. Da der Körper 30% Prozent seiner Wärme über den Kopf abgibt, ist eine warme Mütze wichtig. Zusätzlich habe ich noch die Kapuze des Anoraks darüber gezogen (bietet Windschutz fürs Gesicht).

Schwieriger ist es, die Hände bei diesen Extremtemperaturen warm zu halten. Da meine Objektive aus Metall sind und meine Kamera aus Magnesium, fühlen sie sich brutal kalt an und entziehen den Händen innerhalb kürzester Zeit die Wärme. Sind die Hände erst mal richtig ausgekühlt, werden sie nur sehr langsam wieder warm, selbst wenn man schnell in warme Handschuhe schlüpft. Bewegung wie z.B. zügiges Gehen hilft bei mir am besten gegen kalte Hände. Für alle Fälle habe ich im Winter immer Gelpads dabei. In den Pads befindet sich ein Metallplättchen. Wird es geknickt, löst man eine exotherme Reaktion aus und das Pad gibt für einige Zeit angenehme Wäre ab – ideal, um gefühllos gewordene Finger oder die Nasenspitze wieder aufzuwärmen. So weit ließ ich es aber gar nicht kommen. Meine Fotohandschuhe mit aufklappbaren Fingerkuppen habe ich gleich im Rucksack gelassen, sie wären viel zu dünn gewesen. Bestens bewährt haben sich meine Skihandschuhe – ich habe mir welche mit einer besonders weichen Wattierung gekauft, die gut isoliert und durch die ich die Knöpfe der Kamera wenigstens noch erahnen kann. Zum Objektivwechsel muss ich sie allerdings kurz ausziehen. Das Risiko, dass mir ein Objektiv runterfällt, wäre zu groß (die Kamera trage ich zur Sicherheit immer mit dem Gurt um den Hals).

Am Bergbach kam ich gut vorwärts, weil die Ränder zugefroren waren. Bei der Suche nach schönen Eisformationen fiel mir dieser Vorhang aus Eiszapfen auf. Interessant finde ich auch den Eisrand, der den Bach wie ein Sims umfasst. Dieser Eissims hat sich vermutlich bei höherem Wasserstand auf der Oberfläche des Bachs gebildet. Durch die starke Eisbildung nahm dann die Wassermenge im Bach ab, der Wasserspiegel sank, die Eisdecke aber blieb stehen.

Obwohl ich mehrere Stunden unterwegs war, machte meine Kamera keinerlei Schwierigkeiten. Wenn ich nicht fotografiert habe, habe ich sie in die Fototasche gepackt, damit sie nicht ganz so schnell auskühlt. Auch die Akkus (ich verwende nach schlechten Erfahrungen mit Billiganbietern nur Original Canon-Akkus) machten trotz der Kälte keine Probleme. Bringt man die Kamera nach der Tour wieder ins Warme, sollte man unbedingt die Bildung von Kondenswasser verhindern.

Mondfinsternis? Totale Mondfinsternis!

Mondaufgang

Aufnahme vom Sommer 2010. Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 f/4 L IS USM @ 200mm, 1/2s bei f/4, manuelle Belichtung, ISO 100, RAW, Stativ, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser. Vergrößerung durch nachträgliche Wahl des Ausschnittes.

Am heutigen 10.12.2011 fand eine Mondfinsternis statt. Ich hatte ich mir diesen Termin schon lange im Kalender vorgemerkt, weil so ein besonderes Naturschauspiel eine gute Gelegenheit für seltene Bilder bietet. Im Vorfeld habe ich lange recherchiert, um einen möglichst fotogenen Beobachtungsplatz für die Mondfinsternis zu finden. Dabei musste ich einiges unter einen Hut bringen: Der Standort sollte auf einem Berg liegen, bei jedem Wetter erreichbar sein und freien Blick auf den Horizont für den Winkel zwischen 55° und 66° bieten. Ein wirklich gutes Mondfoto lebt vom Vordergrund. Er darf den Mond natürlich nicht verdecken, sondern soll dem Bild das “gewisse Etwas” verleihen. Nach langem Suchen hatte ich den perfekten Platz gefunden und einen Zeitplan errechnet, um rechtzeitig vor dem Mondaufgang vor Ort zu sein. Vor meinem inneren Auge konnte ich schon das Bild des rötlich gefärbten Mondes über einer winterlich verschneiten Voralpenlandschaft sehen.

Es hätte alles so schön sein können – wäre da nicht eine geschlossene Wolkendecke gewesen, die den Himmel komplett verhüllte. Die Prognosen für heute waren zwar schon seit Anfang der Woche schlecht – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. In letzter Minute habe ich nochmal die Webcam-Bilder der Region angesehen und mich dann gegen die zweistündige Wanderung durch Schneeregen und Wolkennebel entschieden.

Tja, auch das ist Naturfotografie. Trotz allen Recherchen, Tüfteleien und inneren Visionen lässt sich die Natur nicht kontrollieren, sie lebt Ihr Eigenleben. Mit Wissen, Fleiß, Geduld und etwas Glück kann man Ihr manchmal auf die Spur kommen und Situationen vorausahnen, die das Potential für großartige Fotos bieten. Heute hat es nicht geklappt. Die nächste Chance, eine Mondfinsternis in unseren Breiten zu fotografieren, ist am 28. September 2015. Der Termin steht schon in meinem Kalender – mal sehen, ob es dann klappt.

Herbst im Bayerischen Wald II

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 70mm, 1/125s bei f/11, ISO 100, RAW

Diese intensiven Herbstfarben konnte ich vor zwei Wochen im Bayerischen Wald fotografieren. An diesem Morgen war es besonders spannend, ob der Nebel sich auflösend würde oder nicht. In den höheren Lagen über 800 Meter kam schließlich die Sonne durch, die Niederungen blieben den ganzen Tag von kaltem Nebel bedeckt.

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 81mm, 1s bei f/11, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, Polfilter, Stativ, Wasserwaage

Am Kleinen Arbersee leuchteten Blätter, Moose und Gräser und spiegelten sich im Wasser. Nur etwa 40 Minuten später legte sich der aus dem Tal aufsteigende Nebel über den Talkessel des Sees und ließ Konturen und Farben verschwinden.

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Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 32mm, 1/200s bei f/8 +0.7 EV, ISO 100, RAW

Naturgewalten

Canon EOS 50D mit EF 70-200 L IS USM @ 70mm, f/7.1 bei 1/400s, ISO 100, Raw, Stativ


Aus sicherer Entfernung konnte ich diesen schaurig-schönen Gewitterschauer über dem Karwendelgebirge beobachten. Am selben Nachmittag verwüstete ein schweres Unwetter weiter nördlich ganze Landstriche in Oberbayern.

Eiszauber

Eiszapfen

Canon EOS 50D mit EF-S 60mm f/2,8 Makro USM, 1/1600s bei f/4 -0.3EV, ISO 100, RAW, Stativ, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser.


Eine für heute geplante Tour mußte ich leider kurzfristig verschieben – dafür zeige ich noch ein paar Bilder meines letzten Ausflugs in die Chiemgauer Alpen. Diese im Morgenlicht kupferfarben glänzenden Eiszapfen fand ich an der Dachrinne einer Alm.

Canon EOS 50D mit EF-S 60mm f/2,8 Makro USM, 1/400s bei f/7.1, ISO 100, RAW, Stativ, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser.


Dieser Spitzwegerich hat während des letzten Schlechtwettereinbruchs eine Eisfahne bekommen. Im Bild unten verwandelt der Schnee auf den Ästen den Baum in ein filigranes Kunstwerk. Die letzten braunen Herbstblätter leuchten rötlich im Streiflicht der Sonne und wirken als Farbtupfer.

Canon EOS 50D mit EF-S 60mm f/2,8 Makro USM, 1/100s bei f/5, ISO 100, RAW.

Auf der Suche nach dem Frühling

Canon EOS 50D, EF 70-200 f/4 L IS USM @ 150mm, f/10 bei 1/80s + 0,3 EV, RAW

Auch wenn Anfang März der meteorologische Frühlingsbeginn ist – in der Natur dauert es noch eine Weile, bis Blüten und Pflanzen wieder zum Leben erwachen. Auch im Rotter Forst, wo dieses Bild entstanden ist, ist auf Bächen und Tümpeln derzeit noch erstaunlich viel Eis zu finden. Hier haben gefrierende Wassertropfen, die wie Funken in der Märzsonne glitzern, eine skurille Skulptur aus Holz und Eis geschaffen.

Sternspuren: Zweiter Versuch

Sternspuren - zweiter Versuch

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L @ 17mm, f/4, 120s. RAW, Stativ, Timer-Kabelauslöser. 27 Einzelaufnahmen wurden nachträglich miteinander verrechnet.


Dank neuem Kabelfernauslöser mit elektronischer Zeitschaltung (Timer) und klarem Nachthimmel konnte ich gestern einen weiteren Sternspuren-Versuch machen. Zusammen mit meinem Fotokollegen Tom bin ich am späteren Abend losgezogen – wobei wir uns die Sterne beinahe von oben hätten anschauen können, weil uns auf der Fahrt ein Pizzabote mit seinem kleinen roten Flitzer um ein Haar gerammt hätte. Nur dank Toms geistesgegenwärtigem Ausweichmanöver haben wir die geplante Location überhaupt erreicht – danke, Kollege! Von wegen nächtliches Bergsteigen ist gefährlich! Wenn man’s erst mal bis zum Stadtrand geschafft hat, ist die größte Gefahr schon überstanden.
Vor Ort heil angekommen stellte sich schnell heraus, dass die Bedingungen nicht ganz perfekt waren: Für eine optimale Aufnahme war der Mond viel zu hell. Außerdem gab es ein paar Windböen und hinter unserem Motiv herrschte reger Flugverkehr. Es wundert mich, dass von den blinkenden Flugzeugen nichts auf dem Bild zu sehen ist.
In analogen Zeiten konnte man mit einiger Erfahrung solche Aufnahmen mit einer einzigen Langzeitbelichtung erzeugen. Im digitalen Zeitalter ist es wegen des Bildrauschens und der Erwärmung des Sensors ratsam, die lange Belichtungszeit auf mehrere Einzelaufnahmen aufzuteilen. Das Ergebnis wird dann detailreicher und farbtreuer.
Ich stellte den Timer des Kabelauslösers auf 120 Sekunden und löste insgesamt 27 Mal aus. Erst nachher habe ich herausgefunden, wie man dem Timer beibringt, dass er nicht nur die Belichtungszeitvorgabe, sondern auch das Auslösen einer bestimmten Anzahl von Aufnahmen selbständig übernimmt.
An der Kamera habe ich Autofokus und Rauschreduzierung deaktiviert, um vor Ort keine Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen zu verlieren. Die 27 RAW-Aufnahmen wurden zu Hause per Batchverarbeitung in JPGs konvertiert. Anschließend habe ich die Einzelbilder im Grafikbearbeitungsprogramm GIMP als Ebenen übereinandergelegt (im Ebenen-Modus “Nur aufhellen”), um die langen Sternspuren zu erhalten, die im Verlauf der knappen Stunde durch die Erdrotation entstanden sind.
Neben heißem Tee, warmer Kleidung und einem Sitzkissen hat sich eine leere Bierkiste sehr bewährt, die ich als Hocker dabei hatte. Gestern war ja nur ein Test – beim nächsten Mal werde ich den Inhalt natürlich nicht vollständig zu Hause lassen, zumal dann ja der Timer die ganze Arbeit übernimmt. Man lernt eben nie aus.