Blogeinträge

Notizen, Erlebnisberichte und Tipps über Naturfotografie, Naturphänomene, Meteorologie.

Zufallsbegegnung mit Murmeltieren

Dieses Foto ist als Poster verfügbar - für weitere Infos hier klicken

Canon EOS 50D mit EF 70-200 L IS USM @ 200mm, f/5.6 bei 1/250s, ISO 100, RAW, starke Vergrößerung durch nachträglich festgelegten Bildausschnitt.


An diesem Morgen in den Tuxer Alpen hatte ich Murmeltiere gar nicht als Motiv eingeplant – da saß plötzlich eins vor mir, fast direkt auf dem Weg. Glücklicherweise konnte ich langsam meinen Rucksack abnehmen, die Kamera herausholen, das Objektiv wechseln und ganz in Ruhe Fotos von dem kecken Tierchen machen. Nach einiger Zeit gesellte sich für einen kurzen Moment ein zweites Murmeltier ganz nah dazu.
 
Danach entwickelte sich ein kleines Belagerungsspielchen, während ich versuchte, geduckt mit langsamen Bewegungen näher zu kommen. Selbst nachdem sich das Murmetier in einer Felsspalte verkroch und nur der Kopf zu sehen war, war es dank der traumhaften Umgebung noch sehr fotogen.

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Canon EOS 50D mit EF 70-200 L IS USM @ 200mm, f/7.1 bei 1/250s, ISO 100, RAW, leichte Vergrößerung durch nachträgliche Festlegung des Bildausschnitts.


Nachtrag: Ich kann kaum fassen, dass Murmeltiere in Österreich gejagt werden dürfen. Laut offizieller Statistik wurde allein in der Jagdsaison 2009/2010 die unvorstellbare Menge von 5.734 Murmeltieren abgeschossen, Tendenz im Vergleich zum Vorjahr steigend.

Kurzbesuch bei den Murmeltieren

Canon EOS 50D mit EF 70-200 L IS USM @ 200mm, 1/160s bei f/4, starke Vergrößerung durch nachträgliche Wahl des Bildausschnitts


Ich habe einen ersten Kurzbesuch bei den Murmeltieren in den Chiemgauer Alpen gemacht. Diesmal ging es mir noch nicht um das perfekte Foto, ich wollte nur mal schauen, ob sie sich wirklich wie erwartet an dieser Stelle aufhalten. Das Wetter war für eine Beobachtung günstig: Ein leicht bedeckter Nachmittagshimmel sorgte für weiches Licht und milde Temperatur. Bei Hitze verkrümeln sich die Murmeltiere im Bau und lassen sich erst wieder blicken, wenn es kühler wird.
 
Menschen scheinen sie gewöhnt zu sein – während meiner Anwesenheit ertönte kein einziger Warnruf. Ich war aber auch sehr zurückhaltend, weil ich die Tiere nicht stören wollte. Das Bild oben ist mit einer Brennweite von 200mm entstanden und wurde durch einen nachträglich gewählten Bildausschnitt stark vergrößert. Der Fokus liegt leider nicht perfekt auf dem Murmeltier, sondern auf den Blumen. Für eine gute großformatige Aufnahme mit dieser Brennweite braucht man mehr Zeit und etwas Glück. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch bei den Murmeltieren.

Spaciges bei Nacht: Liftanlage und Milchstraße

Spacelift

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L USM @ 17mm, 30s bei f/4, ISO 2500, RAW, Stativ, Dunkelbildabzug via EBV.

In einer klaren Nacht war ich mit meinem Fotokollegen Tom mal wieder auf Sternenjagd. Tom hatte dafür einen guten Platz auf 1.700 Metern Höhe im Sudelfeld-Gebiet ausgekundschaftet. Immerhin 600 Höhenmeter mussten wir zu Fuß erwandern.
Als wir an der Location ankamen, war es längst dunkel. Über uns war die Milchstraße deutlich sichtbar und es ist lange her, dass ich so viele Sterne gesehen habe. Nachdem wir uns orientiert hatten, suchte sich jeder ein schönes Plätzchen zum Fotografieren. Ich experimentierte gerade mit verschiedenen Belichtungseinstellungen, da hörte ich aus Toms Richtung plötzlich ein Stolpern. Dann trappelte ein unsichtbares „Etwas“ mit hoher Geschwindigkeit durch die Dunkelheit auf mich zu. Gleichzeitig rief Tom warnend einen Satz zu mir herüber, den ich so schnell nicht mehr vergessen werde: „Stefan, da kommt a Gams!“
Ich wusste überhaupt nicht, was ich tun sollte. Während das Tier auf mich zurannte, dachte ich alle möglichen Sachen. Schnell die Gams fotografieren – geht nicht, viel zu dunkel, kein Tele an der Kamera. Weglaufen und mich in Sicherheit bringen – geht auch nicht, weil meine Stirnlampe aus war und ich weder die Gams sehen konnte noch den Boden vor meinen Füßen. Die Gams durch Lärm verjagen – irgendwie albern, und was hätte ich rufen sollen …
Als meine ratlose Schockstarre sich löste, hatte die Gams längst das Weite gesucht. Sie stieß noch den typischen schrillen Warnruf aus und ward dann nicht mehr gesehen. Sternennächte bergen offenbar ihre ganz eigenen Überraschungen – war ja nicht das erste Mal

Milchstraße über dem Sudelfeld

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L USM @ 17mm, 30s bei f/4, ISO 1600, kamerainterne Rauschunterdrückung aktiv, RAW, Stativ, Dunkelbildabzug via EBV.

Fotografisch war die Nacht für mich völliges Neuland: Ich versuchte, scharfe Fotos von Sternen und der Milchstraße zu machen. Da sich die Erde unter dem Sternenhimmel dreht, müssen die Belichtungszeiten entsprechend kurz sein, damit die Lichtpunkte am Himmel nicht zu Eiern oder Strichen verwischen. Leider hat mein Weitwinkelobjektiv nur eine Anfangsblende von f/4 – dadurch war ich zu extrem hohen ISO-Werten gezwungen, bei denen der Sensor der 50D starkes Bildrauschen produziert.
Ich bin noch am Experimentieren, wie ich dieses Bildrauschen in der Nachbearbeitung am besten in den Griff bekomme. Erste Ansätze mit einem manuellen Dunkelbildabzug habe ich gefunden – mehr dazu später, wenn ich meine Technik hoffentlich noch verfeinert habe.
Das organgefarbene Leuchten am unteren Rand der Bilder stammt vom Streulicht aus dem Tal. Beim nächsten Mal werden uns einen Platz suchen, der besser abgeschirmt ist.

 

Frühlingsmorgen auf der Alm

Canon EOS 50D mit EF 70-200 L IS USM @ 70mm, 1/3s bei f/8, ISO 100, RAW, Polfilter, Stativ, Spiegelvorauslösung, Kabelauslöser.

An einem milden Frühlingsmorgen streift das erste Sonnenlicht die nördlichen Ausläufer der Chiemgauer Berge. Ende Mai sind die Kühe wieder auf der Sommerweide. Im Hintergrund sieht man im Dunst das Ufer des Chiemsees. So früh am Morgen ist alles noch still. Außer dem Zwitschern der Vögel hört man nur ab und zu das Bimmeln der Kuhglocken.

Ohne Weidewirtschaft können die typischen Bergwiesen der Alpen nicht erhalten werden. Sie würden im Laufe der Zeit verbuschen und schließlich vom Bergwald überwuchert werden. Viele Pflanzenarten würden dann verschwinden, weil sie im Dunkel des Waldes nicht wachsen können.

Im bayerischen Regenwald

Bayerischer Regenwald im Chiemgau

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L USM @ 17mm, 2s bei f/8, ISO 100, RAW, Polfilter, Grauverlauf, Selbstauslöser, Stativ.

Nach langer Trockenheit fiel endlich Regen. Wegen der niedrigen Temperatur gab es in den höheren Lagen wie auf dem Wendelstein sogar Schnee. Während tief hängende Wolken die Gipfel der Chiemgauer Berge verhüllten, erkundete ich bei Regen und milden 5°C den urwüchsigen Auwald eines Wildbaches. Fotografieren im Regen ist an sich kein Problem. Meine Fototasche hat ein integriertes Regencape und beim Arbeiten auf dem Stativ schützt ein festgeklemmter Regenschirm Kamera und Objektiv. Natürlich ist alles ein bißchen umständlicher und dauert etwas länger.

Bayerischer Urwald im Chiemgau

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L USM @ 30mm, 10s bei f/10 +EV 0.7, ISO 100, RAW, Polfilter, Grauverlauf, Selbstauslöser, Stativ.

Das Grün der Blätter und Moose ist bei bewölktem Himmel und Regen besonders intensiv. Mit einem Polfilter kann man vorsichtig die starken Lichtreflexe, die sich auf nassen Flächen bilden, dämpfen.
 
 

Panorama: Stille Weite


Ich bin technisch ein Stückchen weitergekommen und habe es geschafft, mit dem linuxtauglichen Panorama-Tool Hugin mein erstes Panorama zusammenzusetzen. Dank dem WordPress-Plugin PhotoNav läßt sich das überdimensionale Bild mit dem Mauszeiger hin- und herbewegen. Es zeigt die Stille und Weite des Chiemsees, kurz bevor die Sonne aufgeht.
 
Wenn ich das Bild sehe, erinnere ich mich wieder an die Schönheit und Stille dieses Morgens, aber auch an die kalten Finger und meine Müdigkeit. All das gehört bei mir mittlerweile zum „Grundgefühl“ beim Fotografieren, weil ich am liebsten in der Zeit vor Sonnenaufgang fotografiere, was natürlich wenig Schlaf und Kälte bedeutet. Neben warmer Kleidung gibt es ein paar Dinge, die mich unter solchen Bedingungen bei Laune halten: Eine Thermoskanne mit heißem Kaffee, Wärmeakkus (Gelpads) für die Finger, Schokolade (mag ich sonst eigentlich nicht) und – besser als alles zusammen – ein fotobegeisterter Begleiter.
 
 

Früh morgens am Chiemsee

Canon EOS 50D mit EF 17-40 L f/4 USM @ 17mm, 1/13s bei f/8, ISO 100, Stativ, Spiegelvorauslösung, Kabelfernauslöser, RAW.

An einem klaren, kalten Frühlingsmorgen entstand diese Aufnahme am Ostufer des Chiemsees. Der Weg zur Location war kurz aber spannend – plötzlich stand ich mit dem Auto mitten auf einem Campingplatz! Dann habe ich doch noch einen Parkplatz am Waldrand gefunden. Von dort aus habe ich mit viel Glück über zwei unverhofft auftauchende Trampelpfade das Seeufer erreicht. Im Dunkeln ist eben alles etwas schwieriger als bei Tageslicht. Am Ufer angekommen sah es dann ganz anders aus als vermutet – aber zum Glück war da der Baumstamm und diese kleine Insel …
Trotz Frühling hatte es nur -1 Grad. Nebst Gummistiefeln und dicken Socken haben sich mal wieder die Fotohandschuhe mit den aufklappbaren Fingerkuppen und die wärmenden Gelpads bewährt.

 

Meine ersten Schritte in der Makrofotografie

Märzenbecher. Canon EOS 50D mit EF-S 60mm f/2.8 Makro USM, 1/250s bei f/5, ISO 100, RAW, manueller Fokus, Stativ, Selbstauslöser, interner Blitz durch Handfläche reflektiert.

Seit einigen Wochen experimentiere ich mit meinem ersten Makroobjektiv, dem Canon EF-S 60mm f/2.8 Makro USM. Da ich das Objektiv hauptsächlich für Pflanzenfotos auf Wanderungen und Bergtouren verwenden werde, habe ich mich aus Gewichtsgründen für das 60mm Makro entschieden – es paßt auch besser in meine Fototasche. Hätten Gewicht und Größe keine Rolle gespielt, wäre das 320 Gramm schwerere EF 100mm f/2.8 Makro USM meine erste Wahl gewesen.

In der Makrofotografie ist sorgfältiges Arbeiten besonders wichtig, da die Schärfentiefe aufgrund der kurzen Entfernung zum Motiv sehr gering ist. Bei Blende 2.8 und 20 cm Motivdistanz sind es z.B. nur wenige Millimeter, die scharf abgebildet werden. Der Fokussierpunkt ist daher ein wichtiges Element in der Bildgestaltung und muss exakt auf der gewünschten Schärfeebene sitzen. Deshalb fokussiere ich ausschließlich manuell. Dank Liveview mit Zoomfunktion geht das mit der EOS 50D angenehm komfortabel, auch wenn man in Bodennähe arbeitet.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der Blende. Die bildwichtigen Teile des Hauptmotivs sollten natürlich scharf sein, der Hintergrund sollte aber in den meisten Fällen in weicher Unschärfe verschwimmen, um nicht zu sehr vom Hauptmotiv abzulenken. Bei der Blendeneinstellung muss man also den richtigen Kompromiss finden. Die Abblendtaste ist dabei eine gute Hilfe und macht die Bildwirkung der eingestellten Blende sofort sichtbar.

Verwackler durch ungewollte Kamerabewegungen rächen sich in der Makrofotografie wegen des geringen Schärfebereichs doppelt. Für eine optimale Bildqualität ist daher ein Stativ Pflicht. Es hilft außerdem beim Festlegen der Bildkomposition. Ich habe ein Dreibeinstativ mit Kugelkopf und umkehrbarer Mittelsäule – damit kann ich die Kamera für das Arbeiten in Bodennähe kopfüber aufhängen. Praktischerweise erkennt die EOS 50D dieses Manöver und zeigt das Motiv im Liveview richtig herum an. Damit die Kamera beim Auslösen nicht wackelt, nutze ich einen Kabelfernauslöser oder den internen Selbstauslöser. Um noch das letzte Quentchen Schärfe herauszuholen, aktiviere ich die Spiegelvorauslösung, damit der hochklappende Spiegel die Kamera nicht in Schwingung versetzt. Wenn ich dann noch einen windstillen Moment erwische, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Schlüsselblume. Canon EOS 50D mit EF-S 60mm f/2.8 Makro USM, 1/50s bei f/4, ISO 100, manueller Fokus, RAW, Stativ mit umgedrehter Mittelsäule, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser.

Jetzt heißt es üben, üben, üben – es gibt noch viel zu entdecken. Bis jetzt kann ich auf jeden Fall sagen, dass mir die Makrofotografie sehr viel Spaß macht. Und ich lerne endlich mal die Blumen am Wegrand kennen, an denen ich bisher immer vorbeigegangen bin.

 

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