Blogeinträge

Notizen, Erlebnisberichte und Tipps über Naturfotografie, Naturphänomene, Meteorologie.

Hausrotschwanz

Hausrotschwanz

Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/640s bei f/5.6, ISO 640, RAW, Stativ. Nachträglicher Formatwechsel von Querformat zu Hochformat durch Beschnitt.

Ja, ich bekenne mich dazu. Heute habe ich getan, was man sonst eher gut betuchten, altersmilde und abenteuermüde gewordenen Pensionären zuschreibt: Ich habe im Garten Vögel fotografiert. Zu meiner Ehrenrettung kann ich vielleicht höchstens noch sagen: Ich habe sie nicht mit Futter angelockt, ich war nicht in eine wärmende Decke gehüllt und Tee und Kekse wurden mir auch nicht gereicht.

Schon seit einiger Zeit fiel mir Familie Hausrotschwanz auf, die sich recht unbekümmert vor der Haustüre tummelt. Heute Mittag war das Licht nicht ganz so schlecht und da habe ich mich mal für ’ne halbe Stunde mit Stativ und 400er Tele vor die Türschwelle gesetzt, um zu sehen, was passiert. Und das war eine ganze Menge. Neben den Hausrotschwänzen ließen sich auch ein Kleiber und ein Grünling einige Zeit blicken und eine – extrem fertig und zerzaust aussehende – Amsel.

Für ein paar Sekunden flog einer der Hausrotschwänze auf den nur wenige Meter vor mir stehenden Fahrradständer – dabei ist das Bild oben entstanden. Der stählerne Ansitz ist zwar nicht der schönste und das Rot im Hintergrund stammt von einem schnöden Stapel Biertische – aber es hat mir trotzdem viel Freude gemacht, den kleinen Kerl fast formatfüllend ablichten zu können. Einen besonderen künstlerischen Anspruch verbinde ich nicht damit – aber genau dafür gibt es ja meine Rubrik NMZ (nur mal zeigen).

Unterwegs am Panargenkamm Teil 4

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Für Großansicht Bild anklicken. 360° Panorama, zusammengesetzt aus 12 Hochformatbildern. Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/200s bei f/7.1 (manuelle Belichtung), ISO 200, RAW, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, Grauverlauf, Stativ, Panokopf, Wasserwaage.

Im letzten Posting dieser Reihe zeige ich zwei Bilder mit eher dokumentarischem Wert vom Gipfel der Seespitze (3021 Meter).

Das 360°-Panorama besteht aus 12 Einzelbildern und zeigt die Rundumsicht vom nördlichen Teil des Gipfels aus gesehen. Wegen des starken Windes musste ich mit ISO 200 und kurzer Verschlusszeit arbeiten. Die schnell dahinziehenden Wolken sorgten für ständig wechselnde Lichtverhältnisse, was eine zusätzliche Herausforderung war. Im Hintergrund sieht man rechts die beiden eisbedeckten Alplesseen, die am Südhang des Panargenkammes liegen.

Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/250s bei f/10, ISO 100, RAW, interner Blitz, Selbstauslöser, Stativ.

Es war nicht mein erster Dreitausender, aber der erste, bei dem ich einen 24 Kilo schweren Rucksack dabei hatte – bei diesem Selbstportrait mit Blick nach Norden ist er leider nicht zu sehen :). Rechts neben mir geht der Blick in Richtung Neue Reichenberger Hütte und weiter hinten bis zur schneebedeckten Großvenedigergruppe.

Unterwegs am Panargenkamm Teil 3

Bergseestimmung - für große Ansicht hier klicken.

Für Großansicht Bild anklicken. Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM, 1/4 s bei f/13, ISO 100, manuell belichtet und fokussiert, RAW, Spiegelvorauslösung, Stativ, Wasserwaage, Grauverlauf, Panoramakopf, Panorama zusammengesetzt aus 6 Hochformatbildern.

Es ist sechs Uhr morgens. Am Bergsee auf über 2.500 Metern ist es absolut still, nicht der kleinste Windhauch regt sich. Noch werfen die Berge ihre tiefblauen Schatten auf die Täler. Die ersten Streifleichter der aufgehenden Sonne beleuchten Gipfel und Kämme. Für dieses Erlebnis hat sich mal wieder alle Mühe gelohnt: Die Recherchen im Vorfeld, die Anreise, das Schleppen des schweren Rucksacks mit Fototasche, Stativ und Panokopf, das frühe Aufstehen. Diese stillen und intensiven Stunden draußen in der Natur mag ich nicht mehr missen.

Unterwegs am Panargenkamm Teil 2

Dieses Bild ist als hochauflösende Datei und als Fotoposter verfügbar. Hier klicken für mehr Infos ...

Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60, 1/100s bei f/9, ISO 400, RAW

Der Blumenweg, ein Lehrpfad im Nationalpark Hohe Tauern oberhalb von St. Jakob in Defereggen bietet für Makro-Freunde unerschöpfliche Möglichkeiten. Diesen Bläuling fand ich am frühen Vormittag ruhig auf einem Grashalm sitzen. Es war ziemlich schwer, die Sensorebene der Kamera parallel zu den Flügeln des Schmetterlings auszurichten, um das Tier mit maximaler Schärfe abzubilden. Der Bläuling war sehr kooperativ und ließ mich geduldig bis auf wenige Zentimeter herankommen, ohne wegzufliegen. Sein schöner Kopf mit den feinen Härchen und den gestreiften Fühlern fasziniert mich besonders.

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Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60, 1/200s bei f/5, ISO 200, RAW

Die Schönheit dieser weißlich-grünen Blütenstände täuscht darüber hinweg, dass der Weiße Germer eine Giftpflanze ist, die sogar für Weidevieh und Insekten tödlich sein kann. Diese Pflanze fand ich auf etwa 2.100 Metern Höhe, sie kommt aber auch in Höhen bis 2.700 Metern vor.

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Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60, 1/250s bei f/3.2, ISO 100, RAW

Dieser verblühte Blütenstand der Alpen-Anemone wird im Tiroler Volksmund „Grantiger Jaga“ genannt. In Kärnten sagt man auch „Tschudrate Hex“.

Seespitzhütte

Auf der Seespitzhütte (2.327 m) haben wir die Nacht verbracht. Sie liegt in der südlichen Randzone des Nationalparks Hohe Tauern und ist klein aber sehr gemütlich. Die Wirtsleute sind äußerst freundlich und das Essen ein wahrer Genuss. Versorgt wird die Hütte jede Saison mit sieben Hubschrauberflügen. Frische Lebensmittel werden vom Hüttenwirt vom Ende des Fahrwegs aus zu Fuß zur Hütte getragen. Die Hütte war angesichts der labilen Wetterlage eine bessere Bleibe als das ursprünglich geplante Biwak unter freiem Himmel. Während wir drinnen zum Abendessen eine riesige Portion Blattlkrapfen mit Sauerkraut verdrückten, zogen kräftige Regenschauer über uns hinweg, Gewitter blieben uns aber erspart.

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Bild anklicken für größere Ansicht. Panorama aus 5 Hochformat-Bildern. Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/20s bei f/16, manuell belichtet, ISO 100, Spiegelvorauslösung, RAW, Stativ, Panokopf, Wasserwaage.

Unverkleinerter Bildausschnitt aus dem obigen Panorama, das den Detailreichtum der Aufnahme zeigt. Man kann z.B. problemlos erkennen, wie viele Leute vor der Hütte sitzen.

Unterwegs am Panargenkamm Teil 1

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Sechsfleck-Widderchen auf einer Blüte. Canon EOS 50D mit Canon EF-S 60, 1/400s bei f/3.2, ISO 100, RAW

Letzte Woche war ich auf einer zweitägigen Fototour am Panargenkamm im Nationalpark Hohe Tauern unterwegs. Ursprünglich hatte ich weiter südlich eine Biwaktour mit zwei Übernachtungen im Freien auf knapp 3000 Metern geplant – aber durch das unbeständige Wetter und die erhöhte Gewittergefahr waren wir gezwungen, unsere Pläne zu ändern. So wurde aus der Biwaktour eine Hüttentour. Immerhin konnte ich Schlafsack und Isomatte zu Hause lassen. Mein Rucksack wog mit Kleidung, Verpflegung und Fotoausrüstung trotzdem noch gut 24 Kilo.

Am Panargenkamm oberhalb von St. Jakob in Defereggen standen die Bergblumen in voller Blüte. Eine unglaubliche Vielfalt mit vielen bei uns seltenen Pflanzen bedeckt dort ganze Hänge. In der nächsten Zeit werde ich weitere Makros von den Blumenwiesen und Panoramen vom Sonnenaufgang an einem Bergsee und vom Gipfel eines Dreitausenders zeigen.

Abendstimmung am Bergsee

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Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 29mm, 1/4s bei f/16, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Kabelauslöser, RAW, Stativ, Wasserwaage

Nach einer langen Wanderung durch die Stubaier Alpen war diese Abendstimmung das krönende Finale eines traumhaften Bergtages. Mein Weg führte über vier Gipfel durch eine stille, über und über mit Blüten übersäte Landschaft. Manchmal wusste man gar nicht, wo man hinsteigen sollte, um nicht auf die Blütenkissen zu treten. Zwischen letzten Schneeresten wärmten sich Murmeltiere auf großen Felsblöcken in der Nachmittagssonne. Während einer letzten langen Rast am See ging dann der Mond kurz vor Sonnenuntergang auf. Ein Tag, an dem einfach alles gepasst hat.

Wann geht die Sonne auf? (TPE mit Linux)

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Canon EOS 50D mit EF 400 f/5.6, 1/640s bei f/10, Belichtungskorrektur -2, ISO 100, Selbstauslöser, Stativ

In der Fotografie gibt es eine Sache, die wirklich zählt, wenn man besondere Bilder machen will: Das Licht! Die beste Zeit zum Fotografieren ist deshalb an den Rändern des Tages. Kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenaufgang ist die sogenannte Blaue Stunde, in der der Himmel oft tiefblau erscheint. Kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang ist die sogenannte Goldene Stunde, in der das Licht besonders warm und weich ist.

Will man diese Zeiten nutzen, muss man den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs (bzw. des Sonnenuntergangs) für den jeweiligen Ort genau kennen. Ich nutze dafür gerne das kleine Programm The Photographers Ephemeris, das es für MAC und Windows kostenlos gibt. Damit lassen sich für jeden Ort der Welt die Winkel und Zeiten für Sonne und Mond berechnen und grafisch auf einer Karte anzeigen.

The Photographers Ephemeris (TPE) auf dem Linux-Desktop

The Photographers Ephemeris (TPE) läuft dank Wine auch auf dem Linux-Desktop (OpenSuse)

Linux-Nutzer haben seit einiger Zeit allerdings das Problem, dass sie diese Software nicht mehr ohne weiteres nutzen können. Denn TPE ist eine Anwendung, die Adobe Air benötigt, eine ursprünglich plattformübergreifende Laufzeitumgebung. Seit der Version 2.7.0 wird von Adobe aber keine Linux-Version mehr zur Verfügung gestellt. Linux-Nutzer könnten zwar theoretisch mit den alten Versionen arbeiten, riskieren dabei aber möglicherweise Sicherheitsprobleme oder Abhängigkeitskonflikte mit anderen Paketen ihrer Distribution (libxml2.so.2).

Über einen kleinen Umweg kann man TPE aber doch unter Linux nutzen. Dazu muss man unter Linux Wine installieren, eine Laufzeitumgebung, die der Software vorgaukelt, sie würde auf einem Windows-System laufen. Wenn man Wine installiert und konfiguriert hat, kann man die aktuelle Windows-Version von Adobe Air herunterladen und unter Wine installieren.

Wenn Adobe Air installiert ist, lädt man sich The Photographers Ephemeris herunter und führt den Installer aus, der dann mit Hilfe von Wine unter Air läuft. Dieser Weg hat bei mir auf Anhieb funktioniert, jetzt kann ich TPE problemlos unter OpenSUSE 12.1 nutzen.

UPDATE (Oktober 2014)

Mittlerweile gibt es TPE als Web-App, die man via Browser einfach online ohne Installation nutzen kann.

Parallelwelten: Winter und Frühling

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Panorama (Ausschnitt), zusammengesetzt aus mehreren Bildern. Canon 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/100s bei f/11, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, Stativ, Wasserwaage.
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Derzeit kann man in den Bergen zwei Parallelwelten erleben: Oben ist noch Winter, unten grünt schon der Frühling. So richtig sichtbar wird das erst in der größeren, unbeschnittenen Ansicht dieses Panoramas.

Parallele Jahreszeiten sind im Hochgebirge keine Seltenheit, in den Chiemgauer Bergen aber schon. Durch die starken Schneefälle im Spätwinter sind die höheren Lagen ab 1.200 Metern noch immer mit einer dicken Schneeschicht bedeckt.

Es grünt so grün

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 173mm, 1/100s bei f/7.1, ISO 100, RAW.

In den Bergen liegt noch meterhoch der Schnee. Oberhalb von 1.000 Metern ist für Wanderer dort noch kein Durchkommen, deshalb bleibt mir derzeit nur das grüne Flachland. Während es oben auf den Bergen noch Winter ist, ist unten der Frühling in vollem Gange.