Blogeinträge

Notizen, Erlebnisberichte und Tipps über Naturfotografie, Naturphänomene, Meteorologie.

Fotografischer Jahresrückblick 2011

In der Naturfotografie hängt viel vom Wetter ab – und das war in diesem Jahr ziemlich extrem. In den Voralpen gab es Anfang des Jahres nur wenig Schnee. Dadurch konnte ich im Februar Orte erreichen, die sonst nicht zugänglich gewesen wären – andererseits hat mich die Schneeschmelze, die im Frühling normalerweise für spektakuläre Wildbäche und Wasserfälle sorgt, ziemlich im Stich gelassen. Im Sommer folgte eine extrem lange Regenperiode mit vielen Wolken. Über einen längeren Zeitraum waren wegen der geschlossenen Wolkendecke kaum gute Lichtstimmungen möglich.

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Bei einer Tour im Regen ist dieses Bild "Bayerischer Regenwald" entstanden. Zum Schutz der Kamera habe ich einen Regenschirm am Stativ befestigt. Das Regenwasser sorgt für sattes Grün auf den Blättern. Es empfiehlt sich, Reflexionen mit einem Polfilter zu dämpfen. Canon EOS 50D mit EF 17-40 L USM @ 17mm, 2s bei f/8, ISO 100, RAW, Polfilter, Grauverlauf, Selbstauslöser, Stativ.

Mein Sommer-Highlight war eine Bergtour durch die Leoganger Steinberge. Beim Sonnenaufgang im Melkerloch in 2.200 Metern Höhe hat einfach rundrum alles perfekt gepasst:

Für größeres Bild Vorschau anklicken. Panorama, zusammengesetzt aus 11 Hochformatbildern, getrennte Belichtungskorrektur für Himmel und Vordergrund (Komposit). Canon 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/6s bei f/9, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, manueller Weissabgleich, Stativ, Wasserwaage.

Für größeres Bild Vorschau anklicken. Panorama, zusammengesetzt aus 11 Hochformatbildern, getrennte Belichtungskorrektur für Himmel und Vordergrund (Komposit). Canon 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 17mm, 1/6s bei f/9, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, manueller Weissabgleich, Stativ, Wasserwaage.

Im Herbst trieb ein kurzer Wintereinbruch Anfang Oktober die Murmeltiere frühzeitig in den Winterschlaf. Dann wurde es wieder extrem mild und trocken. Die Herbstfärbung der Blätter war selten so intensiv und lang anhaltend. Bis weit in den Dezember hinein blieben größere Schneefälle aus, bei meinem ersten Gamspirsch-Versuch im November waren die Berge noch weit vom Winter entfernt.

Gämsen im November

Nähe ist nicht durch Brennweite zu ersetzen. Für ein richtig gutes Foto hätte ich näher dran sein müssen, um die Tiere größer abzubilden und die Tiere besser vom Hintergrund abzuheben. Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/400s bei f/5.6, ISO 100, RAW, Stativ

Ich vermute, dass ich dieses Jahr mehr Tage und Nächte beim Recherchieren verbracht habe als beim Fotografieren. Das lag nicht nur am Wetter, sondern auch an meinem Terminkalender. Immerhin habe ich auch beim Planen und Recherchieren viel über die Landschaft und Natur vor meiner Haustüre gelernt und so manche Besonderheit entdeckt, das ich auf die Motivliste gesetzt habe. Ich bin den Zusammenhängen in der Natur wieder ein Stückchen näher gekommen, habe Tier- und Pflanzenarten intensiver kennen gelernt und kann Wolken und Wetter (und damit das Licht!) besser einschätzen. Im Rückblick kommen mir meine Fotos wie die Spitze eines Eisbergs vor. Sie sind das Ergebnis einer intensiven, ganzjährigen Beschäftigung mit der Natur. Wissen hilft zwar, Chancen für besondere Fotos zu erkennen – letztlich bleibt die Natur aber unberechenbar und es entscheidet sich immer erst vor Ort, welche Motive sich ergeben und welche nicht. Die meisten gelungenen Fotos, die ich gemacht habe, waren ungeplante Nebenprodukte gewesen, die sich am Wegesrand ergeben haben.

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Ein Geschenk am Wegesrand war dieser Farbstrudel in einem Bergbach. Die Bewegung der Blätter habe ich durch eine Belichtungszeit von 2 Sekunden sichtbar gemacht. Da ich kein Stativ dabei hatte, habe ich die Kamera auf die Fototasche aufgelegt und den Selbstauslöser verwendet, um ein Verwackeln zu vermeiden.

Ich konnte meine Ausrüstung um wichtige Teile ergänzen, u.a. hat endlich ein stabiles Carbonstativ mein kleines Alustativ abgelöst. Zwei Gläser sind dazugekommen: ein Makroobjektiv (Canon EF-S 60 f/2.8) und eine Supertele-Festbrennweite (Canon EF 400 f/5.6 L USM). Meine technischen Möglichkeiten haben sich dadurch stark erweitert. In den neuen Bereichen bin ich noch in der Lernphase. Das 400er habe ich schnell schätzen und lieben gelernt. Es ist leicht, schnell und scharf. Den fehlenden Bildstabilisator muss man bei Bedarf (z.B. bei Freihandaufnahmen) durch höhere ISO-Werte ausgleichen, um kurze Verschlusszeiten und verwacklungsfreie Bilder zu bekommen. Das geht bei der Canon EOS 50D mit kleinen Abstrichen bis ISO 500 recht gut, wenn man die Bilder nachher manuell entrauscht. Mit der Software NeatImage habe ich dabei ganz brauchbare Resultate erzielt.

Turmfalke

Eigentlich wollte ich Schneehühner fotografieren - die ließen sich aber wohl wegen dieses Turmfalken nicht blicken. Canon EOS 50D mit EF 400 f/5.6 L USM, 1/1250s bei f/5.6, ISO 250

Im Makrobereich ist der Knoten bei mir noch nicht so ganz geplatzt. Es ist gar nicht so einfach, ansprechende, künstlerisch gestaltete Nahaufnahmen zu machen, die über bloßes Abfotografieren hinausgehen. 60 Millimeter Brennweite sind da natürlich auch recht kurz und bieten wenig Spielraum, dafür ist das Objektiv klein und leicht und fast immer dabei. Ich gebe mir im nächsten Jahr eine zweite Chance, damit klarzukommen und nehme mir vor, beim Experimentieren am Boden etwas geduldiger zu sein.

Abendstimmung im Hochmoor

Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 f/4 L USM @ 20mm, 5 Sekunden bei f/7.1, ISO 100, RAW, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, Grauverlaufsfilter, Stativ, manueller Weißabgleich,

Allen, die bis hierher gelesen haben, danke ich sehr herzlich für ihr Interesse an meinen Berichten und Fotografien. Für die Zukunft bleiben mir noch viele, viele Ideen und Träume, die darauf warten, in Bilder verwandelt zu werden. Ich freue mich schon jetzt auf stille Stunden in der Natur, den klaren Sternenhimmel und das Morgenrot anbrechender Fototage.

Mondfinsternis? Totale Mondfinsternis!

Mondaufgang

Aufnahme vom Sommer 2010. Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 f/4 L IS USM @ 200mm, 1/2s bei f/4, manuelle Belichtung, ISO 100, RAW, Stativ, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser. Vergrößerung durch nachträgliche Wahl des Ausschnittes.

Am heutigen 10.12.2011 fand eine Mondfinsternis statt. Ich hatte ich mir diesen Termin schon lange im Kalender vorgemerkt, weil so ein besonderes Naturschauspiel eine gute Gelegenheit für seltene Bilder bietet. Im Vorfeld habe ich lange recherchiert, um einen möglichst fotogenen Beobachtungsplatz für die Mondfinsternis zu finden. Dabei musste ich einiges unter einen Hut bringen: Der Standort sollte auf einem Berg liegen, bei jedem Wetter erreichbar sein und freien Blick auf den Horizont für den Winkel zwischen 55° und 66° bieten. Ein wirklich gutes Mondfoto lebt vom Vordergrund. Er darf den Mond natürlich nicht verdecken, sondern soll dem Bild das „gewisse Etwas“ verleihen. Nach langem Suchen hatte ich den perfekten Platz gefunden und einen Zeitplan errechnet, um rechtzeitig vor dem Mondaufgang vor Ort zu sein. Vor meinem inneren Auge konnte ich schon das Bild des rötlich gefärbten Mondes über einer winterlich verschneiten Voralpenlandschaft sehen.

Es hätte alles so schön sein können – wäre da nicht eine geschlossene Wolkendecke gewesen, die den Himmel komplett verhüllte. Die Prognosen für heute waren zwar schon seit Anfang der Woche schlecht – aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. In letzter Minute habe ich nochmal die Webcam-Bilder der Region angesehen und mich dann gegen die zweistündige Wanderung durch Schneeregen und Wolkennebel entschieden.

Tja, auch das ist Naturfotografie. Trotz allen Recherchen, Tüfteleien und inneren Visionen lässt sich die Natur nicht kontrollieren, sie lebt Ihr Eigenleben. Mit Wissen, Fleiß, Geduld und etwas Glück kann man Ihr manchmal auf die Spur kommen und Situationen vorausahnen, die das Potential für großartige Fotos bieten. Heute hat es nicht geklappt. Die nächste Chance, eine Mondfinsternis in unseren Breiten zu fotografieren, ist am 28. September 2015. Der Termin steht schon in meinem Kalender – mal sehen, ob es dann klappt.

November in den Bergen

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Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/50s bei f/8, ISO 100, Spiegelvorauslösung, RAW, Kabelfernauslöser, Stativ

Der November in den Bergen ist für mich eine ganz besondere Zeit. Eine friedliche Stille liegt über der Landschaft. Auf den Wiesen liegt Reif, die Farben des Sommers sind längst vergangen. Blüten, Blätter und Gräser sind vom Frost braun geworden und der Kargheit des Winters gewichen. Die Brunftzeit der Gämsen beginnt. Für die Gamsböcke ist das die anstrengendste Zeit im Jahr, die ihnen kurz vor dem Winter oft die letzten Kraftreserven raubt.

Gämsen im November

Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/400s bei f/5.6, ISO 100, RAW, Stativ, Vergrößerung durch Bildausschnitt

Herbst im Bayerischen Wald II

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 70mm, 1/125s bei f/11, ISO 100, RAW

Diese intensiven Herbstfarben konnte ich vor zwei Wochen im Bayerischen Wald fotografieren. An diesem Morgen war es besonders spannend, ob der Nebel sich auflösend würde oder nicht. In den höheren Lagen über 800 Meter kam schließlich die Sonne durch, die Niederungen blieben den ganzen Tag von kaltem Nebel bedeckt.

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Canon EOS 50D mit Canon EF 70-200 L IS USM @ 81mm, 1s bei f/11, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, Polfilter, Stativ, Wasserwaage

Am Kleinen Arbersee leuchteten Blätter, Moose und Gräser und spiegelten sich im Wasser. Nur etwa 40 Minuten später legte sich der aus dem Tal aufsteigende Nebel über den Talkessel des Sees und ließ Konturen und Farben verschwinden.

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Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 32mm, 1/200s bei f/8 +0.7 EV, ISO 100, RAW

Naturfotokalender 2012


Mein Naturfoto-Kalender 2012 ist fertig. Es war mal wieder spannend, die Archive der letzten Monate zu sichten, um 12 Bilder auszuwählen. Wer den Kalender gerne selbst an der Wand sehen möchte (45 x 30 cm auf echtem Fotopapier mit Spiralbindung), der kann sich gerne an mich wenden – ich verkaufe den Kalender zum Selbstkostenpreis zzgl. einer kleinen Schutzgebühr. Hier eine Vorschau auf die Motive (zum Vergrößern anklicken):

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Wer den Kalender gerne selbst an der Wand sehen möchte (45 x 30 cm auf echtem Fotopapier mit Spiralbindung), der kann sich gerne an mich wenden – ich verkaufe den Kalender zum Selbstkostenpreis zzgl. einer kleinen Schutzgebühr. Die Lieferzeit beträgt 3-4 Werktage, Sonderwünsche sind möglich.

Auf Entenjagd am Kleinen Arbersee

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Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/80s bei f/13, ISO 200, RAW, Stativ

Der Kleine Arbersee ist ein traumhaftes Naturjuwel. Bei meinem Besuch fielen mir zwei weibliche Stockenten in Ufernähe auf. Ich wartete etwa eine dreiviertel Stunde, bis sie durch die Bereiche im Wasser schwammen, in denen sich das bunte Herbstlaub besonders intensiv spiegelte.

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Canon EOS 50D mit EF 400 f/5.6 L USM, 1/320s bei f/5.6, ISO 100, RAW, Stativ

Als die Enten ziemlich nahe bei mir waren, scheuchte sie das Rattern des Serienbild-Auslösers auf. Leider war ich nicht schnell genug, die fliegende Ente perfekt zu fokussieren. Obwohl es unscharf ist, gefällt mir dieses Bild, in dem die Bewegung der Ente und die herbstliche Farbstimmung schön zum Ausdruck kommen:

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Canon EOS 50D mit Canon EF 400 f/5.6 L USM, 1/320s bei f/6.3, ISO 200, RAW, Stativ.

Herbst im Bayerischen Wald

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Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 f/4 L USM @ 29mm, 1s bei f/10, ISO 100, Spiegelvorauslösung, Selbstauslöser, RAW, Kamera auf Fototasche aufgelegt.

In den letzten Tagen war ich im Bayerischen Wald unterwegs und konnte einige schöne Herbstbilder machen. Dieses Foto ist an der Großen Ohe entstanden. Obwohl ich mein Stativ mal nicht dabei hatte, habe ich mich hier für Blende f/10 entschieden und die Kamera auf die Fototasche aufgelegt, um die lange Belichtungszeit von einer Sekunde verwacklungsfrei zu erreichen. Zusätzlich habe ich die Spiegelvorauslösung aktiviert und den Selbstauslöser verwendet, um Erschütterungen der Kamera zu vermeiden. Wenn – wie hier im Bild – Wasser im Spiel ist, verwende ich außerdem eine kleine Wasserwaage, die man auf den Blitzschuh aufstecken kann, damit die Kamera gerade ausgerichtet ist.

Herbstlicher Farbstrudel

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Canon EOS 50D mit Canon EF 17-40 L USM @ 31mm, f/20 bei 1s, ISO 100, RAW, Selbstauslöser, auf Fototasche aufgelegt

Heute war ein verrückter Tag voller Überraschungen – alles kam ganz anders, als ich es geplant hatte. Kampenwandgebiet statt Zugspitze und Herbstfarben statt Murmeltieren – letztlich war es aber für mich perfekt, so wie es war. Auf diese Weise ist ein Foto entstanden, das ich schon lange machen wollte: Ein herbstlicher Blätterstrudel im Wasser. Alle Blätter befanden sich bereits an Ort und Stelle, ich habe nichts hingelegt, drapiert oder ins Wasser geworfen, sondern das vorgefundene Motiv unverändert in ein Foto verwandelt. Dabei musste ich improvisieren, weil ich wegen der spontan geänderten Tagesplanung mein Stativ nicht dabei hatte. Die Langzeitbelichtung von einer Sekunde habe ich durch Auflegen der Kamera auf die Fototasche und Verwendendung des Selbstauslösers realisiert.